VFR-Howto
In dieser Sektion wird Schritt für Schritt erklärt, wie ein VFR-Flug abläuft, was zu beachten ist, und wie die im Flugfunk verwendeten Phrasen lauten.
Vor dem Start
Bei VFR-Flügen ist generell keine Flight-Plan Clearance erforderlich, der Pilot kann ohne explizite Erlaubnis die Maschinen anlassen, und ruft den zuständigen Controller (hier gilt wie gewohnt folgende Reihenfolge: GND, TWR, APP, CTR) erst für die Taxi Clearance.
OE-LAX: Salzburg ground, OE-LAX, VFR to Vienna, type Mooney Bravo, information alpha, request taxi to active runway, departure via Seekirchen.
LOWS_GND: OE-LAX, taxi to holding point runway 34, QNH 1029.
Das "VFR to Vienna" hilft dem Controller zu erkennen, dass es sich hier um einen VFR-Teilnehmer handelt, das wird sonst leicht übersehen und man wird ungewollt wie IFR Traffic behandelt. Auch ist es für den Controller wichtig zu wissen, über welchen Kontrollpunkt oder in welche Richtung man seine Zone verlassen möchte - hat man keine Karten so kann man im Notfall auch "departure to the north-east" sagen, und der Controller gibt einem Vektoren zum Kontrollpunkt. Für den Abflug wurde kein Squawk zugewiesen - es wird vom Piloten erwartet, selbstständig den VFR-Squawk 7000 zu setzen.
Abflug
OE-LAX: Salzburg tower, OE-LAX, on holding point runway 34, ready for departure.
LOWS_TWR: OE-LAX, winds calm, runway 34 cleared for take-off, stay at or below 3500ft, leave control zone via Seekirchen.
Die Höhenbeschränkung stellt sicher, dass das Flugzeug keine Konflikte mit darüberfliegendem IFR-Traffic verursacht, und nicht in den Luftraum des Approach einfliegt (somit braucht man Approach nicht kontaktieren). Vom Piloten wird nun erwartet, dass er nach dem Start den Charts entsprechend über Seekirchen aus der Kontrollzone rausfliegt, und dabei 3500ft nicht übersteigt.
(OE-LAX: OE-LAX, passing Seekirchen)
LOWS_TWR: OE-LAX, leaving my control zone, QNH 1029, frequency change is approved.
Beim verlassen der Kontrollzone setzt der Pilot den Flug unüberwacht fort, und der Kontroller gibt ihm nocheinmal den aktuellen QNH.
Enroute
Bleibt man unter FL125 (Class E), so ist weiter nichts zu tun - solange man nicht in Kontrollzonen/TMA's einfliegt kann der Flug ohne ATC forgesetzt werden.
Erst wenn man über FL125 steigen möchte, muss man sich beim Center melden.
Anflug
Nähert man sich der TMA des Zielflughafens, so sinkt man unter auf/unter 3500ft MSL (bzw. auf 1500AGL wo das nicht möglich ist), damit man unterhalb des Approach-Luftraums bleibt. Nun wählt man entsprechend der Charts eine Route auf der man in die Kontrollzone einfliegen möchte, sinkt auf die angegebene Höhe, und gibt dem Tower-Controller des angeflogenen Flughafen einen "Inbound Report":
OE-LAX: Wien Tower, OE-LAX, passing Klosterneuburg, to land.
LOWW_TWR: OE-LAX, identified, cleared to enter control zone via Klosterneuburg-Route, stay at or below 2500ft, QNH 1026, report airfield in sight.
...
OE-LAX: OE-LAX, airfield in sight.
LOWW_TWR: OE-LAX, enter traffic circuit runway 29, report final.
...
OE-LAX: OE-LAX, on final rwy 29.
LOWW_TWR: OE-LAX, winds calm, rwy 29 cleared to land.
Sobald der Flughafen in Sicht ist wird der Pilot angewiesen, in die Platzrunde einzufliegen, und den Anflug in dieser Fortzusetzen (details siehe VFR-Regeln). Nach der Landung ist das weitere Vorgehen analog zu IFR Flügen.
Generelle Anmerkungen
- VFR Flüge werden immer visuell geführt - man kann also nicht blind ATC-Headings folgen und in den Nebel fliegen, der Pilot ist für Terrain Clearance immer selbst verantwortlich, auch wenn er den Anweisungen eines Fluglotsen folgt. Unterhalb der MSA (Minimum Sector Altitude) sollte man als Controller nur noch "Suggest Heading xy" sagen, da der Pilot eventuelle Hindernisse beachten muss.
- Als Controller sollte man bei VFR-Traffic etwas Flexibilität zeigen was die Höhe betrifft ("stay at or below 3500ft"), der Pilot wird selbst die Höhe wählen die für die Terrain- und Wolkenhöhe angemessen ist.
- Ist man sich als Controller nicht sicher, was ein VFR-Pilot im eigenen Bereich vor hat (es gibt ja eventuell keinen geclearten Flugplan mit einzelnen Waypoints), so kann man den Piloten immer nach seinen Absichten fragen ("OE-LAX, state your intentions").
- Hat man als Controller viel IFR Traffic im Anflug, dann kann man anfliegende VFR-Piloten vor Einflug in die Platzrunde 360'ies machen lassen, in der Platzrunde das Downwind-Leg verlängern, oder sie in ein VFR-Holding laut Karte schicken, bis eine Landung möglich ist.
- Als VFR Pilot sollte man möglichst immer die Charts verwenden
- Als Tower/Approach Controller sollte man auf jeden Fall mit den Charts für den eigenen Flughafen vertraut sein
- Der generelle VFR-Squawk in Österreich ist 7000, fliegt der Pilot in den Class B Luftraum (TMA oder Center), so kann der Controller einen speziellen Squawk vergeben, Details siehe FIR-Sektion Squawks.
Anhang - Deutscher Funkverkehr
VFR-Flugfunk kann auch in deutscher Sprache durchgeführt werden, als Beispiel hier die Übersetzung des obigen Flugverkehrs.
OE-LAX: Salzburg Bodenkontrolle, OE-LAX, VFR nach Wien, Type Mooney Bravo, Information Alpha, erbitte rollen zur aktiven Piste, Abflug über Seekirchen.
LOWS_GND: OE-LAX, rollen Sie zum Rollhalt Piste 34, QNH 1029.
...
OE-LAX: Salzburg Tower, OE-LAX, am Haltepunkt Piste 34, bereit zum Abflug.
LOWS_TWR: OE-LAX, kein Wind, Piste 34 Start frei, bleiben Sie auf 3500ft oder darunter, verlassen Sie die Kontrollzone über Seekirchen.
...
(OE-LAX: OE-LAX, Position über Seekirchen)
LOWS_TWR: OE-LAX, Sie verlassen die Kontrollzone, QNH 1029, Frequenzwechsel genehmigt.
...
OE-LAX: Wien Tower, OE-LAX, Position über Klosterneuburg, zur Landung in Wien.
LOWW_TWR: OE-LAX, Radar Kontakt, Einflug in die Kontrollzone über Klosterneuburg genehmigt, bleiben Sie auf 3500ft oder darunter, QNH 1026, melden Sie Piste in Sicht.
...
OE-LAX: OE-LAX, Piste in Sicht.
LOWW_TWR: OE-LAX, fliegen Sie in die Platzrunde Piste 29 ein, melden Sie Endanflug.
...
OE-LAX: OE-LAX, Position Endanflug Piste 29.
LOWW_TWR: OE-LAX, kein Wind, Piste 29 Landung frei.